Feder
Was bist du in mir Feder?
Ein kleiner Tintenfuss.
Im Grunde etwas schräg
– und am Ende ganz konfus.
Es zieht die Spur ein Leben lang
ein Tropfen dunkles Nass;
ein wenig wie ein Zaub’rer,
ohne Hut, dafür mit Fass.
Was bist du in mir Feder?
Ein unverhoffter Fund;
Ein wenig so wie Träume sind,
ein unerschrock‘nes Tintenkind
– auf blütenweissem Grund.


Der Narrenkönig
Es nennt der Narr den Stolzen einen König,
und beugt in stummer Ehrfurcht seine Knie,
begleitet wird die tief geneigte Geste,
von dümmlich klingend‘ Schellenmelodie.
Mit stolzgeschwellter Brust steht der Gekrönte,
auf seinen Lippen spielt ein eitler Zug,
im Schachspiel gegen gönnerhafte Worte,
gerade halbwegs ohne Lug und Trug.
Noch steht der König still in sich versunken.
Die Narrenkappe hat sich kaum gerührt,
fast scheint es so, als wollt‘ der Tor sich beugen,
bis deren Zipfel seine Schuh berührt‘.
In Wahrheit will der Narr sein Antlitz bergen,
sein Grinsen grenzt an berstende Manie,
thront doch des Eitlen selbstgerechte Pose,
bloss über tiefgebeugter Parodie.


Despair
Falling in darkness
as deep as an ocean,
gulping it down
as it swallows you whole.
Never has anyone seen such a potion,
embracing
and being embraced by your soul.




Der Tag
Die Morgenröte steigt über die Hügel,
in ihrer Hand trägt sie den neuen Tag,
der flatternd seine blaublassgrauen Flügel,
ins Dunkel streckt soweit er es vermag.
Er fliegt der Nacht wie einem Nest entgegen,
wenn diese Sterne in den Himmel streut,
oft hab ich mich des Kommens und des Gehens,
doch selten seiner Gegenwart erfreut.
Der rote Schirm
Winkend sehe ich ihr nach;
der schwindenden Gestalt,
der rote Schirm blitzt auf – doch bald,
verschluckt ihn der Asphalt.
Könnte ich doch mit dir gehn,
du bist mir so vertraut,
die Welt in der ich bleibe ist,
aus fremdem Stein gebaut.
Wände wachsen meterhoch,
ein Wald ein grauem Kalt,
und Libertas erklärt den Krieg
die Hand zur Faust geballt.
Viele Augen hat ein Haus,
es schläft schon lang nicht mehr,
obwohl es hundert Seelen birgt,
ist es so schrecklich leer.
Mancher denkt das Sklavenschiff,
sei gänzlich abgewrackt,
doch auf den Strassen rattert es,
im Viertelstundentakt.
Blaue Himmel gibt es nicht,
in dieser neuen Zeit,
wir werden furchtbar alt – allein,
welch graue Ewigkeit.


Leere Seiten
Matt am Morgen wie ein Denker,
dem es an Gedanken fehlt,
Federschweigen, Ringelreigen,
du wählst keinen, der dich wählt.
Manchmal fühl ich mich betrogen,
wenn der Abend sich ergibt,
Schatten neigen, und sie zeigen,
du liebst keinen, der dich liebt.


Panic Panic
You are Panic
Panic Panic.
Like the rhythm of a heart,
beating off-key to no music,
every stop an ending start.
You’re a fire,
but a candle.
You’re the end,
‘til epilogue.
You’re the thief
of all the thieves,
but you’re not sly,
you ain’t no rogue.
You are Panic
Panic Panic.
Like the thoughts of hunted prey,
running circles in your mind and
Slowly dying, ‘cause you stay.
You’re the ruin,
on a mountain,
and you fall,
but just in love.
You are Panic
Panic Panic.
You’re the bomb
and you go off.


Die Frage
Eine Frage stiess die andere beiseite
und drängte sich gekonnt ins Rampenlicht.
Man kann’s ihr nicht verdenken,
denn sie folgte ihrer Pflicht.
Als neumoderne Tugend hat sie Ellenbogen, Zähne
– nur Ohren hat sie nicht.
Du-Deinesgleichen
Komm her, mein Freund und bleibe zu verweilen,
mich stört’s nicht, dass du Einsamkeit nicht kennst,
berühr‘ das Ende jeder meiner Zeilen,
mit dir und was du Deinesgleichen nennst.
In jeder Strophe werd‘ ich dich bedenken,
und wie du wünschest nicht nur dich allein,
ich weiss, ich muss dir Deinesgleichen schenken,
denn wo er fehlt, kannst du nicht lange sein.
Ich wollt‘ ein jeder könnte mich verstehen,
es spielt, wie ich, mit dir nur wer dich kennt,
im Innersten dich Freund schon immer nennt.
Weil ich dich liebe werd‘ ich weitergehen;
Zu Deinesgleichen führt stets unser Schritt,
denn zweisam sind wir schliesslich nur zu dritt.


Kannst du das Rätsel lösen?




Letzte Worte
Du fällst wie ein trockenes Blatt
vom Baum des Lebens.
In meinem Herzen kein Regen
– für dich.
Immergrün seh ich die Welt.

