Papierkrieg (AT)

Sara kann ihren Nachbarn Lukas auf den Tod nicht ausstehen und ist überzeugt, dass er ein asozialer Langweiler ist, der sich den ganzen Tag in seinem Zimmer verkriecht und ihr böse Sprüche reinwürgt, die er in sein Fenster hängt. Klar, dass sie da mit voller Breitseite zurückfeuert, denn wenn sie eines nicht ist, dann auf den Mund gefallen.

Dumm nur, dass ihre befreundeten Eltern beschlossen haben, dass ab sofort nur noch ernst gemeinte Nettigkeiten ausgetauscht werden dürfen. Keine schwierige Sache, denkt sich Sara, bis zu jener Nacht, in der sie eine grausige Entdeckung macht und ihr bewusst wird, dass es um sehr viel mehr geht, als sie jemals geahnt hat.

Denn Worte können töten.

Viel Spass beim Lesen!

Sara kann ihren Nachbarn Lukas auf den Tod nicht ausstehen und ist überzeugt, dass er ein asozialer Langweiler ist, der sich den ganzen Tag in seinem Zimmer verkriecht und ihr böse Sprüche reinwürgt, die er in sein Fenster hängt.

Klar, dass sie da mit voller Breitseite zurückfeuert, denn wenn sie eines nicht ist, dann auf den Mund gefallen. Dumm nur, dass ihre befreundeten Eltern beschlossen haben, dass ab sofort nur noch ernst gemeinte Nettigkeiten ausgetauscht werden dürfen. Keine schwierige Sache, denkt sich Sara, bis zu jener Nacht, in der sie eine grausige Entdeckung macht und ihr bewusst wird, dass es um sehr viel mehr geht, als sie jemals geahnt hat. Denn Worte können töten.

Viel Spass beim Lesen!

Papierkrieg (AT)

Kapitel 1 - Kacktusse

Kapitel 1 - Kacktusse

»Ist das dein Ernst, Fräulein?!«

Meine Mutter schaute von dem Zettel auf, den sie mir aus der Hand gerissen hatte und ihre Augen blitzten unheilverkündend.

Sofort setzte ich ein zerknirschtes Gesicht auf und steckte die Kappe auf den dicken Filzstift, um ihn unauffällig über die Tischplatte zu meinem Federmäppchen zu schieben, gerade so, als wäre ich nicht eben auf frischer Tat ertappt worden.

»Ähm ...«

Ihre Lippen waren zu einem dünnen Strich zusammengepresst, während sie auf meine Erklärung wartete und ihr Fuss wippte ungeduldig.

Ich wusste, dass ich mich gerade auf einem Minenfeld befand und seufzte ergeben. Egal was ich jetzt sagte, es wäre ganz bestimmt das Falsche.

Das war nämlich quasi eines meiner seltenen Talente. Die falschen Worte zu wählen, meine ich. Genauso wie im falschen Moment irgendwo aufzutauchen oder loszulachen. Manchmal musste ich einfach im dümmsten Moment an einen Witz denken und die Bilder in meinem Kopf waren so lebendig, dass ich nicht anders als losprusten konnte.

Nur um dann zu merken, dass der Pfarrer aufgehört hatte zu reden und sämtliche Trauergäste mich anstarrten.

Zugegeben, nicht der glorreichste Moment in meinem Leben.

Tante Missa hatte fast einen Herzinfarkt bekommen und verschluckte sich vor Schreck an den Oliven, die sie vom Buffet gemopst hatte, weil wir bei der langen Rede fast verhungerten.

Sie gab krächzende Geräusche von sich, während sie mich mit Blicken erdolchte und ich bekam fast einen Lachkrampf, weil dabei der Vogel auf ihrem monströsen Hut auf und ab wippte.

Es war zum Schreien komisch gewesen, aber Cousine Ines sprach seit dem Vorfall kein Wort mehr mit mir.

Der Zettel, den meine Mutter mir nun also ins Gesicht hielt, war ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen konnte. Aber meine Worte würden sowas wie ein Roundhouse-Kick sein, der das Fass ins nächste Fettnäpfchen beförderte.

»Sara? Ich habe dir eine Frage gestellt!«

Ich lächelte gewinnbringend, aber ich sah schon, dass es seine Wirkung verfehlte.

»Naja“, ich zog das Wort in die Länge. »Ich denke, das kommt darauf an.«

Die Augenbrauen meiner Mutter schossen in die Höhe.

»Wie bitte?«

»Ähm, naja, von was für eine Art Ernst hier die Rede ist zum Beispiel.« Noch während ich sprach, konnte ich die Ader in der Stirn meiner Mutter anschwellen sehen, aber mein Mundwerk war bereits am Laufen und es gab kein Halten mehr.

»Ich meine ja nur«, sagte ich, »meinst du Ernst im Sinne von Aufrichtigkeit oder eher als das Gegenteil von lustig? Ich meine, woher soll ich das denn wissen, wenn du–«

»Sara Elfriede Jensmann!«

Ich zuckte zusammen. Scheisse, musste sie denn schreien?

Lukas' Fenster war gekippt, genau wie meines und ich konnte nur hoffen, dass er nicht zu Hause war und uns hörte. Er würde mich bis an mein Lebensende nicht vergessen lassen, dass ich nach meiner Grossmutter benannt war.

Meine Mutter stöhnte und lenkte damit meine Aufmerksamkeit zurück auf unser Gespräch.

»Wieso musst du immer alles ins Lächerliche ziehen!«, rief sie und ich verschränkte die Arme vor der Brust. »Lukas ist ein lieber Junge, ich verstehe nicht, wieso du so feindselig bist!«

Ich schnaubte, aber sie überging es und schaute auf den Zettel. »Mal ehrlich, wie kannst du so etwas schreiben«, empörte sie sich, »Lukas ist doch keine ... keine ...«, sie konnte es kaum aussprechen. »Lukas ist keine lernbehinderte Amöbe!«

Ich schnaubte. Aber ein ganz kleines bisschen war ich auch versucht zu grinsen. Als sie das sah, warf sie die Hände in die Luft.

»Was ist nur mit euch los! Könnt ihr euch nicht einfach vertragen? Ein einziges Mal?«

»Sag mal hast du gesehen, wie er mich genannt hat?!«, rief ich aus und zeigte anklagend ins Nachbarfenster, in dem ein Zettel hing, auf dem in dicken schwarzen Lettern Lukas' Version davon hing, jemandem einen guten Morgen zu wünschen.

[ Kacktusse ]

Ich hob eine Augenbraue, als ich meine Mutter wieder anschaute und verschränkte die Arme. Jeder wusste, dass Lukas eine Rechtschreibschwäche hatte, aber selbst meine Mutter musste einsehen, dass er nicht von Kakteen redete!

Sie stöhnte wieder und schlug sich die Hand vor den Kopf. »Ihr zwei seid nicht zu glauben! Dabei seid ihr praktisch zusammen aufgewachsen! Ich verstehe einfach nicht, was wir falsch gemacht haben, dass ihr euch so hasst!«

Oh man. Nicht das schon wieder. Ich durfte mir die Leier schon tausendmal anhören und ich kannte die Geschichten in- und auswendig. Meine Eltern waren hier eingezogen, als meine Mutter mit mir im siebten Monat schwanger war und da Rhonda zur selben Zeit ein Kind erwartete, hatte sich meine Mutter mit der Nachbarin angefreundet. Erst nur über den Gartenzaun hinweg, bei fröhlichem Geplauder über Babysöckchen, Puder und Windeln. Aber sehr bald waren die beiden gute Freundinnen geworden.

Sie gingen zusammen einkaufen, tauschten Rezepte für Babybrei aus und gingen völlig in ihrer Rolle als baldige Mütter auf. Ich war mir sicher, dass sie unerträglich gewesen waren für ihr Umfeld. Zwei strahlende Muttzillas, auf ihrem Weg durch die Babybettabteilung. So war es auch nicht verwunderlich, dass bei meiner Mutter nur wenige Stunden, nachdem es bei Rhonda losgegangen war, ebenfalls die Wehen einsetzten und es Zeit wurde, ins Krankenhaus zu fahren.

Mein Vater scherzte immer, dass ich schon damals mit Lukas im Wettstreit lag und ihm die Show stehlen wollte. Ich konnte darüber nur schwach grinsen, denn der Typ konnte mir ja mal echt nicht das Wasser reichen. Der einzige Grund, weshalb ich 12 Stunden später geboren wurde als er war, dass Rhonda nicht zum ersten Mal Mutter wurde und es deshalb schneller ging. Sonst hätte ich den Idioten garantiert überholt.

Einen halben Tag nach Lukas erblickte ich also das Licht der Welt und nachdem Rhonda und meine Mutter bereits die Vorbereitungskurse zusammen gemacht hatten, ging es nun ins Beckenbodentraining und Lukas und ich bekamen zwei selbstgestrickte Mützen; er blau, ich rosa, wie sich das gehörte.

Leider war es nicht das einzige, was wir uns teilten. Wir feierten unsere ersten Geburtstage gezwungenermassen zusammen, teilten uns unsere Bauklötzchen und wurden in jeder Hinsicht dazu gedrängt, miteinander zu spielen und uns zu vertragen.

Wenn es nach unseren Müttern gegangen wäre, hätten wir wohl sogar einen Schnuller geteilt. Bei dem Gedanken kam mir das Kotzen. Allerdings konnte ich die Empörung meiner Mutter wenigstens nachvollziehen. Als sich über die Jahre hinweg herausstellte, dass Lukas und ich uns nicht vertrugen, fiel nicht nur sie aus allen Wolken.

»Anderer Leute Kinder freunden sich ohne Probleme mit den Nachbarskindern an! Aber ausgerechnet ihr zwei mögt euch nicht und das nach allem, was wir daran gesetzt haben, dass ihr zwei wie Geschwister aufwachst!«

Ich seufzte. Vielleicht war es ja gerade deshalb? Vielleicht wehrten wir uns unterbewusst dagegen, von unseren Eltern aufgedrückt zu bekommen, mit wem wir uns abgeben sollten. Ich schüttelte mich bei dem Gedanken daran, dass er mein Bruder sein sollte. Nie und nimmer!

Und wenn Lukas und ich auch sonst in jeder Angelegenheit verschiedene Meinungen hatten, waren wir uns darin wenigstens einig. Jahrelang waren wir uns tunlichst aus dem Weg gegangen. Er hatte seine Freunde und ich meine.

Aber dann gab es da vor einem Jahr diesen Vorfall, als ich ihn dabei erwischte, wie er in mein Zimmer hinüberstarrte. Ich glaube nicht, dass er es absichtlich tat, denn er wirkte genauso überrascht wie ich, als ich ihn sah, als hätte er mich eben auch erst entdeckt. Aber weil ich zu dem Zeitpunkt nur meine pinke Rüschenunterwäsche trug, flippte ich aus.

»Sag mal spinnst du?«, schrie ich rüber und zeigte ihm den Mittelfinger. Er erwiderte die Geste und dann hatte irgendwie alles begonnen.

[Nette Rüschchen]

[Spanner!]

[Als gäb's bei dir was zu sehn, Flachland!]

Erst hatten wir uns nur ein paar wenige Nachrichten geschrieben, ein paar böse Worte hier, ein paar fiese Sprüche da. Aber mittlerweile folgte eine Beleidigung auf die nächste und ich würde garantiert nicht die erste sein, die den Schwanz einzog! Egal wie sehr unsere Eltern sich aufregten.

Fast ein Jahr lang hatten wir unsere Dispute vor ihnen geheim halten können. Nicht weil wir uns besonders Mühe gaben, sondern weil zwischen unseren Häusern eine alte Eiche stand, die unsere Gespräche gegen die Strasse hin abschirmte. Ihr dichtes Blätterwerk hatte dafür gesorgt, dass mein Vater sie fällen wollte, als wir hier einzogen, aber der Protest meiner Grossmutter hatte bewirkt, dass er schliesslich nur ein paar Äste heraussägte, damit mehr Licht in mein Zimmer kam.

Jetzt sah die Eiche aus wie ein Brokkoli, von dem jemand ein Stück abgebissen hatte. Und es kam auch wirklich mehr Licht in meinen Raum. Aber leider verschaffte mir diese Aktion auch direkte Sicht in Lukas' Zimmer. Als dann der Herbst gekommen war und der Baum all seine Blätter verlor, schlenderte mein Vater eines Tages die Strasse hinunter und als er zu meinem Fenster hochsah... Nunja, man kann sich denken was das für ein Donnerwetter gab, denn am Abend zuvor hatte Lukas mich eine Hexe genannt, woraufhin ich eine Bemerkung über die Länge seines besten Stücks machte.

Nicht, dass ich darüber Bescheid gewusst hätte. Aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen, ihn damit zu ärgern. Ich fand meine Bemerkung jedenfalls witzig. Mein Vater eher nicht.

Ich schaltete auf Durchzug und lauschte dem Gejammer meiner Mutter nur mit halbem Ohr. Schon seit Monaten gab es immer wieder dieselben Gespräche und ich war mir sicher, dass Lukas nicht halb so viele nervige Predigten über sich ergehen lassen musste, wie ich. Ich friemelte an meinem Shirt herum, nickte immer mal wieder, wenn meine Mutter mich besonders streng ansah und gab ihr den Stift, mit dem ich geschrieben hatte, als sie danach verlangte. Ich besass ohnehin genug davon. Stumm wartete ich, bis sie endlich fertig war.

»...und deshalb haben wir uns entschlossen, dass ihr mit uns in den Campingurlaub kommt, wenn es sich nicht bessert.«

Warte, was? Mein Kopf ruckte hoch und ich starrte meine Mutter an. Was hatte sie eben gesagt? Redete sie etwa vom Campingurlaub, den sie und mein Vater jedes Jahr mit den Nachbarn planten? Was meinte sie bitte damit, dass »wir« mitgehen würden?

»Lukas und du«, sagte sie ohne einen Kommentar zu meinem geschockten Gesichtsausdruck, »wie in alten Zeiten! Ich habe bereits mit Rhonda darüber geredet und wir sind uns einig. Wenn ich noch eine einzige Beleidigung in deinem Fenster sehe, dann ist dein Urlaub hier zu Hause gestorben. Dann fährst du mit!«

Meine Kinnlade klappte herunter. Ich hatte Pläne für diesen Sommer! Ich wollte mit meiner besten Freundin durch die Läden ziehen, die Abende am See verbringen und auf verschiedene Partys gehen, auf die ich mich schon freute. Mit geweiteten Augen starrte ich meine Mutter an, aber sie zeigte keine Anzeichen für einen Scherz.

Oh nein. Oh nein, nein, nein! Mit Schrecken dachte ich an die Zelturlaube zurück, als ich noch ein Kind gewesen war. Lukas und ich, eingepfercht in einem dieser Zweimannzelte, in dem man sich kaum umdrehen konnte, ohne den anderen platt zu wälzen. Auf keinen Fall würde ich so etwas noch einmal mitmachen! Nicht nachdem ich so hart dafür gekämpft hatte, nicht mehr mitgehen zu müssen, als ich endlich alt genug war.

»Das ist sowas von unfair!«, rief ich.

»Ganz und gar nicht«, sagte meine Mutter ungnädig. »Die Strafe gilt für euch beide und ich hoffe, dass ihr so lernen werdet, euch zusammenzuraufen.«

»Was meinst du damit?«, fragte ich und mir schwante Böses.

Sie lächelte. »Ganz einfach. Wenn einer von euch sich einen Fehltritt erlaubt, egal wer es ist«, sie machte eine künstlerische Pause, »dann fahrt ihr beide mit.«

Mein Mund klappte auf. »Das kannst du mir nicht antun!“

»Und ob ich das kann.«

»Ok«, lenkte ich ein, denn langsam ging mir der Hintern auf Grundeis. So ernst hatte ich meine Mutter schon lange nicht mehr gesehen und etwas sagte mir, dass sie es diesmal wirklich durchziehen würde. »Ich schreibe nichts mehr, versprochen!«

Für einen kurzen Augenblick glaubte ich so etwas, wie ein amüsiertes Funkeln in ihren Augen zu sehen.

Dann sagte sie: »Oh, schreiben wirst du schon.«

Kapitel 2
Giftige Einigkeiten

Kapitel 2 - Giftige Einigkeiten

Etwas Nettes sollte ich schreiben.

Den Teufel würd ich tun! Meine Eltern hatten ja wohl einen an der Klatsche!

Der ganze Abend war in einer Art saurer Stimmung vergangen, nachdem ich meine Mutter mehrfach umzustimmen versuchte und auf taube Ohren stiess. Sie und mein Vater schienen es tatsächlich für eine gute Idee zu halten, mich auf diese Weise zur Raison zu bringen.

»Lukas und du, ihr habt einfach noch nie wirklich versucht, miteinander auszukommen. Wenn ihr es wenigstens probiert, wärt ihr wahrscheinlich erstaunt, wie viel ihr gemeinsam habt!«

Ja, genau. Ich und der Zocker!

Das einzige, was wir beide wirklich gemein hatten, war die Abneigung, die wir uns entgegen brachten. In jedem anderen Bereich waren wir grundverschieden. Und mit jedem Tag, der verstrich, schien der Graben zwischen uns sogar noch grösser zu werden.

Als Kind zum Beispiel, war er sehr viel aufgeweckter, fröhlicher und nicht halb so zynisch gewesen wie jetzt. Aber schon damals konnte ich ihn nicht ausstehen. Wie sollte ich ihn also bitte jetzt leiden können, wo er ein richtiges Ekelpaket geworden war? Das war ja wohl absurd.

Zugegeben, manchmal genoss ich den Schlagabtausch am Fenster mehr, als ich mir eingestehen wollte. Es gab nicht viele Leute, die mir Paroli bieten konnten und Lukas war mir in dieser Hinsicht mehr als ebenbürtig. Das bedeutete jedoch noch lange nicht, dass ich mich mit ihm persönlich auseinandersetzen wollte und dazu würde es zweifelsohne kommen, wenn man uns eine Woche auf zwei Quadratmetern zusammenpferchte.

Ich runzelte die Stirn und schaute hinaus in die beginnende Dämmerung. Ich wusste nicht einmal mehr, wann wir das letzte Mal so richtig miteinander geredet hatten. Nicht mit Papier und Stift, sondern richtig von Angesicht zu Angesicht. Es musste Jahre her sein. Lukas kam nie wirklich hier rüber und ich hielt mich ebenfalls tunlichst fern, wenn meine Eltern zu Rhonda und Bert rüber gingen, was sie mindestens einmal die Woche zu tun pflegten.

Unsere Mütter tranken dann Tee und sprachen über die Arbeit, die lieben Kinder, das Leck in der Dachrinne und vegane Rezepte, während mein Vater sich zusammen mit Bert ein kaltes Bierchen genehmigte und über seine neueste Fischerrute sprach. Gelegentlich gingen sie alle zusammen bowlen, oder grillten zusammen im Garten. Aber soweit ich mich zurückerinnern konnte, hatten Lukas und ich es immer geschafft, uns aus dem Weg zu gehen.

Entweder war ich zufällig bei meiner besten Freundin Dina zu Hause, oder Lukas hatte irgendeinen Wettkampf mit seiner Schwimmmannschaft.

Ich verdrehte darüber jeweils nur die Augen. Ich erinnerte mich nicht gerne daran, wie meine Mutter mich als Kind dazu bewegen wollte, ebenfalls schwimmen zu gehen. Im Gegensatz zu meinem idiotischen Nachbarn, war ich eine absolute Landratte. Natürlich konnte ich schwimmen und ich liebte es, am Strand zu plantschen, aber ich ging nicht zum Vergnügen in irgendein Hallenbad. Wieso auch? Man musste nur ständig diesen Leuten ausweichen, die ihre Bahnen zogen, als hinge ihr Leben davon ab.

Schon in der Grundschule hatte ich nicht verstanden, warum ich so etwas Bescheuertes lernen sollte, wie den »Delfin« und anstatt mich graziös durchs Wasser zu bewegen, hatte ich die Hände zusammengeklatscht und Seehundlaute von mir gegeben. Das Delfingackern hatte ich halt noch nicht drauf, aber meine Mitschüler fanden es zum Kreischen komisch. Mein Schwimmlehrer hingegen murmelte etwas von Sargnägeln und einer Rente mit 60.

Aufgegeben hat Herr Bernhardt aber erst, als ich in der 5. Klasse behauptete, Penny hätte ins Wasser gepinkelt.

Die dumme Kuh hatte mir in der Woche davor mein Minnie-Maus-Handtuch in eine Pfütze geworfen, weil ich etwas schneller unter der Dusche gewesen war als sie und so etwas liess ich nicht auf mir sitzen. Mit anderen konnte sie so etwas vielleicht machen, aber bei mir war sie eindeutig an die Falsche geraten!

Mit gelber Lebensmittelfarbe bewaffnet und entschlossen zu allem, kam ich also in die nächste Stunde und wartete auf eine günstige Gelegenheit, die auch schon sehr bald kam. Sämtliche Kinder waren panisch aus dem Becken geflohen und Penny war von da an bekannt als »Pinkelpenny«.

Was mir kein Stück leid tat, denn Pinkelpenny fuhr fort, andere zu terrorisieren, bis sie schliesslich ein Jahr später die Schule wechselte. Mich hingegen getraute sie sich nicht mal mehr anzusehen. Wassersport gegenüber zeigte ich mich also eher skeptisch.

Ich starrte hinüber ins Nachbarfenster und schürzte die Lippen. Es brannte kein Licht und es war auch sonst kein Anzeichen dafür zu sehen, dass er zu Hause war. Vermutlich war er gerade jetzt wieder im Training. So etwas Blödes auch. Ich würde am Ende noch verpassen, wie Rhonda ihm die Hiobsbotschaft überbrachte und dabei freute ich mich schon so über seinen entsetzten Gesichtsausdruck.

Was würde er sagen, wenn er erfuhr, was unsere Eltern beschlossen hatten? Würde er ausrasten? Sich die Haare raufen? Irgendetwas gegen sein Fenster werfen, oder es mir heimzahlen, wie das letzte Mal, als ich Rhonda eine Studie darüber zeigte, dass Mütter für ihre Söhne im Haushalt zu viel erledigten?

»Waschen, putzen, kochen! Je mehr Verantwortung Sie Ihrem Sohn übertragen, desto verantwortungsvoller wird er sich auch fühlen. Beginnen Sie heute damit, ihm eine Aufgabe im Haushalt zu überlassen!«

Als Lukas eine Stunde später den Rasen mähte und über das Kabelwirrwarr fluchte, lehnte ich mich aus dem Fenster und machte mir vor Lachen fast in die Hose.

Ihm war natürlich gleich klar, wer ihn in die Scheisse geritten hatte und hätte ich gewusst, was er tun würde, um sich zu rächen, hätte ich ihm angeboten, den Rasen für ihn fertig zu mähen.

Aber so legte sich ein böses Lächeln auf seinen Mund und erst viel zu spät sah ich, dass meine Mutter im Garten an ihren Blumenbeeten arbeitete. Die beiden begannen sich zu unterhalten und ich schaute mit kugelrunden Augen hinunter.

»Das ist ja wirklich grosszügig von Ihnen, dass Sie Ihre Tochter mit so 'nem Typen ausgehen lassen«, hörte ich ihn auf einmal sagen.

»Ausgehen? Sara? Davon weiss ich nichts«, antwortete meine Mutter verwundert.

Ich allerdings auch nicht!

»Ja, der nennt sich Skin, hat ne Glatze und so ne komische Jacke.«

Ich konnte förmlich sehen, wie die Farbe aus dem Gesicht meiner Mutter wich und ihre Kinnlade herunterklappte. Sie sah aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen oder einen Herzinfarkt erleiden.

Lukas hingegen tat, als wäre nichts weiter, wandte sich ab, hob zum Gruss die Hand und rief über seine Schulter zurück: »Passt aber gut zu den Stiefeln!«

Die darauf folgende Woche war hier die Hölle los. Nach einem Riesenkrach mit meiner Mutter, in dem ich ihr flehend und händeringend versicherte, dass ich keinerlei Verbindungen in die rechte Szene hatte, fragte sie mich tagelang darüber aus, was wir in der Schule über den Zweiten Weltkrieg gelernt hätten und stellte den Fernseher laut, als eine von den Grünen interviewt wurde. Zuletzt legte sie mir sogar den Film »Die Welle« aufs Bett.

Insgesamt dauerte es fast einen Monat, bis sie sich wieder abgeregt hatte und ich war dutzende Male so kurz davor gewesen, zu Hellers rüber zu marschieren und Lukas den Hals umzudrehen. Er war echt ein solcher Arsch!

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als drüben plötzlich das Licht anging. Durch den dünnen Vorhang konnte ich sehen, wie Lukas das Zimmer betrat, die Kapuze seines ausgeleierten Pullis über dem Kopf. Er war grösser als ich, aber nur einen halben Kopf und das fiel meist nicht auf, weil er herumschlurfte wie ein Penner.

Jetzt hingegen warf er gerade die Hände in die Luft und ich erkannte Rhonda, die in der Tür stand.

Ein breites Grinsen formte sich auf meinem Gesicht. Oh, welch Freude. Am liebsten hätte ich mir einen Eimer Popcorn geholt.

Die beiden waren offensichtlich in eine hitzige Diskussio verwickelt. Lukas tippte sich gegen die Stirn, als wolle er ihr sagen, dass sie nicht alle Tassen im Schrank hatte und Rhonda hob drohend den Zeigefinger.

»Du wirst das tun, Sohnemann!«, piepste ich in quietschender Stimme, um dem stummen Theater eine Stimme zu verleihen. Dann wechselte ich auf eine tiefe Stimme, um Lukas zu imitieren. »Auf keinen Fall, Mutter, ich bin zu blöd, um etwas Nettes zu schreiben.«

Rhonda warf die Hände in die Luft und massierte sich dann die Schläfen, als habe sie plötzlich Kopfschmerzen. »Du dummer Junge, dann streng dich an! Oh, mein Kopf, mein Kopf!«

Lukas breitete die Hände aus. »Wo soll ich denn bloss anfangen?! Saras blendende, überragende Schönheit ist zu viel für mich ehrlosen Wicht. Keines meiner Worte ist ihrer würdig, kein Kompliment kommt der Herrlichkeit ihrer Anwesenheit gleich, oh, im Vergleich zu ihr–«

Hinter mir erklang ein Räuspern.

Ich fuhr so heftig herum, dass ich mir den Ellbogen anschlug und zischte. Im Türrahmen stand mein Vater und hatte beide Augenbrauen gehoben, so dass seine Stirn in tiefen Falten lag. Sofort lief ich bis zu den Haarwurzeln tiefrot an.

»Blendende Schönheit?«

»Ähm«, ich räusperte mich und setzte ein unschuldiges Lächeln auf, bevor ich gespielt ratlos mit den Schultern zuckte.

»Ich, äh, bin halt meines Vaters Tochter?«

Mein Vater strich sich über die Stirn und fuhr dann hinunter zu seinem Bart, um ein Schmunzeln zu verbergen.

»Soso«, murmelte er dann und schaute hinüber zu unseren Nachbarn. "Amüsier dich nicht mehr zu lange auf die Kosten dieses armen Jungen, klar? Morgen ist Schule, also ab ins Bett!«

Ich nickte brav und er zog die Tür hinter sich zu. Aber kaum war er gegangen, wendete ich mich wieder dem Nachbarfenster zu. Zu meiner Überraschung war Rhonda jedoch gegangen und Lukas war nirgends zu sehen. Ich kniff die Augen zusammen, aber nichts bewegte sich. Doch gerade als ich mich abwenden wollte, kam Lukas zurück, warf die Tür ins Schloss und trat mit geballten Händen gegen seine Sporttasche. Dann packte er diese und machte sich wütend daran, sie auszuräumen. Er kippte den Inhalt auf sein Bett und wühlte darin herum. Als er gefunden hatte, was er suchte, schaute er auf.

Unsere Blicke begegneten sich. Oh, und wenn diese töten könnten.

Sekunden gingen, in denen wir uns anstarrten, dann hob sich eine seiner dunklen Augenbrauen in verächtlicher Geste, was seinem Gesicht einen arroganten Ausdruck verlieh.

Er trat langsam näher und verschränkte dabei die Arme. Für einen kurzen Moment blieb mein Blick an seinen Unterarmen hängen. Oh, wow, das Training geht echt nicht spurlos an ihm vorbei, dachte ich.

Aber dann schüttelte ich den Kopf und konzentrierte mich. Ich fand Lukas nicht unbedingt attraktiv und hatte im Leben nicht vor, über seinem Aussehen zu sabbern, selbst wenn ich anerkennen musste, dass er ganz gut aussah. Sein hellbraunes Haar hing ihm feucht und verwuschelt ins Gesicht und wirkte dunkler als sonst. Der Kontrast zu seiner hellen Haut war bemerkenswert und ich wusste, dass so manches Mädchen für diese hohen Wangenknochen getötet hätte.

Er musterte mich von oben bis unten und seine grauen, schmalen Augen bohrten sich in meine. Ich war immer wieder erstaunt, wie eindringlich sein Blick sein konnte.

Als er zu einem Stift griff, pressten sich seine Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Gespannt wartete ich und als er das Blatt schliesslich hob, las ich mit zusammengekniffenen Augen.

[Das hast du ja mal wieder toll hingekriegt, du Schnepfe!]

Ich schnaubte und griff meinerseits zu einem Blatt Papier.

[Bitte?! Was kann ich dafür?]

[Na, wer von uns beiden hat sich denn erwischen lassen?!]

Oh bitte, es gab nur einen einzigen Grund, weshalb er noch nicht entdeckt worden war, und der bestand darin, dass er ein absoluter Chaot war, dessen Zimmer niemals jemand freiwillig betreten würde. Dort drüben sah es aus wie auf einer Müllhalde.

Mir war schleierhaft, wie man so leben konnte und sollte ich jemals in sein Zimmer rein müssen - und Gott bewahre, ich hoffte, das würde niemals der Fall sein - würde ich vorher den Bergrettungsdienst informieren. Denn wenn man erstmal da drin war, dann würde man garantiert erst drei Tage später und von Lawinenhunden begleitet, wieder rausgezogen werden.

Jedes Mal, wenn ich da rüberschaute, fühlte ich den Drang, den Staubsauger rauszuholen und meinen Teppich von den wenigen Flusen zu befreien, die es gewagt hatten, sich seit meinem letzten Reinigungsausbruch dort anzusammeln. Es kribbelte mir in den Fingerspitzen, meine Bücherregale zu sortieren oder die Kissen auf meinem kleinen Sofa geradezurücken.

Nur ein Stinktier konnte sich dort drüben wohl fühlen. Was für ein Typ liess sich bitte so gehen? Pubertierende Jungs waren sowas von ekelhaft! Gut, dass er sich durchs Schwimmtraining wenigstens regelmässig waschen musste. Wer wusste schon, wie das sonst aussehen würde?

Ich nahm eine meiner Locken zwischen die Finger und zog prüfend daran. Wenn ich meine Haare einmal einen Tag nicht wusch, dann sahen sie sofort aus, als hätte jemand mich mit einem Backspray attackiert.

[Ich geh auf keinen Fall mit dir Zelten!], schrieb er jetzt und ich verdrehte die Augen.

[Ich etwa mit dir?! Ich hab vom letzten Mal noch genug!]

Als er meine Worte las, breitete sich ein hämisches Grinsen auf seinem Mund aus, das eine Reihe weisser Zähne entblösste. Ja, er hatte gut lachen, aber es gab einen Grund, weshalb ich mich vor 5 Jahren das letzte Mal überreden liess, mitzukommen.

Obwohl wir damals noch Kinder waren, gab es keine Sekunde, in der wir uns nicht in die Wolle kriegten. Wir stritten uns beim Frühstück, beim Mittagessen und jeden Abend am Lagerfeuer. Er hatte mir ein Eis in die Haare geschmiert und behauptet, ein Vogel hätte auf mich drauf geschissen und als ich nicht aufpasste, steckte er mir einen Käfer in den Schlafsack, so dass ich den ganzen Abend damit verbrachte, diesen auszuschütteln. Aber ich fand trotzdem keine Ruhe, als ich dann schlafen wollte, weil ich bei jedem Kitzeln oder Jucken vor Angst zu schreien begann, weil ich dachte, das Vieh sei noch da.

Aber der Höhepunkt war ja erst die Sache mit der Lampe.

Lukas schien dieselben Gedanken zu verfolgen wie ich, denn er schrieb: [Oh, hat die kleine Sara etwa immer noch Angst im Dunkeln?]

Er machte ein übertrieben mitleidiges Gesicht, als würde er mit einem Kleinkind reden und zog einen Schmollmund.

Ich zeigte ihm den Mittelfinger und schrieb: [Ganz genau, deshalb hab ich auch nicht vor, dir in den nächsten drei Wochen in den Arsch zu kriechen]

Sein Grinsen fiel in sich zusammen und er verzog angeekelt das Gesicht. Ja, genau, dachte ich, stell dir das nur schön bildlich vor, du Soziopath.

Seit ich klein war, hatte ich eine irrationale Angst vor der Dunkelheit. Ich wusste nicht genau, was es auslöste und wovor ich mich eigentlich so sehr fürchtete, aber immer, wenn das Licht gelöscht wurde, fing ich an zu weinen und deshalb hatte ich immer ein kleines Lämpchen neben meinem Bett, welches ich natürlich auch zum Zelten mitschleppte. Lukas hatte daraufhin ein Theater gemacht und sich dauernd beschwert, dass es ihn blenden würde und er so nicht einschlafen könne.

Bei dem Gedanken musste ich noch immer mit den Augen rollen. Ich hatte sein Jammern einfach ignoriert und ihm die Zunge rausgestreckt. Aber eines Morgens wachte ich auf und mein Lämpchen war weg.

»Ein Windstoss hat sie erfasst«, behauptete Lukas schliesslich, nachdem ich ihn fast eine halbe Stunde lang angeschrien hatte und er schliesslich hinauf zum Strommast zeigte. In den Kabeln, weit oben, hing tatsächlich ein kleines grünes Plastikteil, das verdächtige Ähnlichkeit mit meinem Bettlämpchen hatte.

»Ein Windstoss?«, entkam es mir ungläubig und Lukas zuckte mit den Schultern.

»Ein Windstoss, ja.«

»Eine Lampe?!«

»Ja.« Ein maliziöses Lächeln lag dabei auf seinem Mund. »Wusch und weg.«

Konnte man so dreist lügen?

»Ein Windstoss hat meine Lampe in den Strommast geweht? Aus dem Zelt heraus?«

»Hey, ich schreib dem Wind nicht vor, wo er durchzuwehen hat.«

Bei diesem Satz wäre ich ihm fast an die Kehle gegangen, aber er setzte noch einen drauf: »Reg dich ab man, sie ist jetzt an einem besseren Ort! Sie ist bei ihresgleichen. Der Strommast muss sowas wie das Paradies für kleine Glühbirnchen sein, freu dich doch für sie.«

Der Urlaub hatte in einem Blutbad geendet und ich hatte meine Ferien fortan bei meiner Grossmutter verbracht. Und obwohl ihre Wohnung nach Katzenscheisse stank und diese von ihr geliebten Biester auf dem Küchentisch herumspazierten, wenn man frühstücken wollte, war das allemal besser, als noch so ein Desaster erleben zu müssen.

[Lampenmörder]

Hasserfüllt starrte ich ihn an, aber er verzog keine Miene.

[Scheint als würdest du in den nächsten Wochen ganz besonders lieb zu mir sein, Goldlöckchen. Ein richtiges kleines Engelchen], schrieb er. [Denn diesmal entsorg ich die Scheisslampe bereits in der ersten Nacht]

Dazu würde es ganz bestimmt nicht kommen. Nicht, solange ich noch einen einzigen Finger bewegen konnte, um auf Google nach Komplimenten zu suchen. Ich würde es ihm schon noch zeigen. Ich schenkte ihm ein böses, breites Lächeln.

[Oh, glaub mir, ich werde ein Engelchen sein... Ich werde so zuckersüss sein, dass du Karies davon bekommst]

[Dann haben wir einen Deal?], fragte er und hob eine Augenbraue.

[Den haben wir]

[Kein Zelturlaub?], versicherte er sich.

Ich öffnete das Fenster, lehnte mich hinaus und hielt ihm mit einem Luftküsschen meine Antwort entgegen.

[Worauf du Gift nehmen kannst, Honigschnäuzchen]

Sein Anblick war ein einziges Spiel von Licht und Schatten, hell und ebenmässig, dunkel und wild. Mein Herz klopfte laut und mir war es, als wären wir nicht eben erst hierhergekommen, sondern sässen hier schon viele Jahre und schauten einander an.

Sein Anblick war ein einziges Spiel von Licht und Schatten, hell und ebenmässig, dunkel und wild. Mein Herz klopfte laut und mir war es, als wären wir nicht eben erst hierhergekommen, sondern sässen hier schon viele Jahre und schauten einander an.

Dann schob er mir eine der Schüsseln zu und sagte trocken: »Da hast du den Salat.«

Dann schob er mir eine der Schüsseln zu und sagte trocken: »Da hast du den Salat.«

Langsam begann ich zu begreifen, dass es in dieser Welt schlimmere Monster gab, als jene, die unter Betten lauerten. Nämlich die in unseren Köpfen.

Langsam begann ich zu begreifen, dass es in dieser Welt schlimmere Monster gab, als jene, die unter Betten lauerten. Nämlich die in unseren Köpfen.

Lukas hatte im Dunkeln nach meiner Hand gegriffen und ich würde seine nicht loslassen, bis am Ende auch seine Nacht vorüber war.

Lukas hatte im Dunkeln nach meiner Hand gegriffen und ich würde seine nicht loslassen, bis am Ende auch seine Nacht vorüber war.